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Was ist Supervision?

Supervision ist eine Beratungsform, die berufliche Zusammenhänge thematisiert. Historisch resultiert sie aus der Sozialarbeit und aus der Psychotherapie.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts unterstützten in amerikanischen Großstädten viele Ehrenamtliche Einwanderer und andere hilfsbedürftige Personengruppen. Zur Koordination und fachlichen Begleitung engagierten die Organisationen fest angestellte Supervisoren im Sinne eines mittleren Managements. Aus diesen Kontexten entwickelte sich die amerikanische und die europäische Sozialarbeit, die bis heute eine entsprechende Supervisionspraxis in ihre Ausbildungsgänge integriert.

Im Gegensatz zu rein administrativen Aufsichtsfunktionen („administrative supervision“) wird diese Form als „clinical supervision“ bezeichnet: Sie ist auf Handlungsvollzüge, also Mensch-Mensch-Relationen von Praktikern in sozialen Dienstleistungssystemen zentriert und zielt darauf, dass Praktiker ihre Handlungsvollzüge „besser“ gestalten – im Sinne einer humaneren und/oder effektiveren Praxis.

Im Verlauf der 1920er Jahre entwickelten sich auch in der Psychotherapie Formen von Supervision. Führend war zunächst die Psychoanalyse: Freud erkannte früh, dass die Lehre psychotherapeutischer Praxis ausführliche Auseinandersetzungen mit der jeweiligen Therapeut-Patient-Interaktion erfordert. Dieser als „Kontrollanalyse“ benannte Ausbildungsteil wurde später unter dem Begriff „Supervision“ auch in der Lehre anderer Psychotherapieverfahren üblich.

Seit den 1970er Jahren finden wir Formen von Gruppensupervision, bei der Menschen aus unterschiedlichen beruflichen Kontexten, aber mit ähnlichen Funktionen gemeinsam beraten werden. In den 1980er Jahren setzte sich die „Teamsupervision“ durch, bei der Menschen aus kooperierenden Arbeitsgruppen gemeinsam beraten werden – vielfach deckungsgleich mit Formen der Organisationsentwicklung. Gerade dadurch wurde offensichtlich, dass dem organisatorischen Kontext auch in der Supervision konzeptionell Rechnung zu tragen ist: Heute werden Supervisionsmodelle gelehrt und praktiziert, die eine angemessen breite Theorie- und Methodenpluralität unterlegen.

Supervisorische Aktivitäten haben sich weit über die ursprünglichen Felder hinaus ausgedehnt – wir finden Supervision auch in Betrieben und Verwaltungssystemen. Gerade im deutschsprachigen Raum hat sich das Feld stark professionalisiert, mit einschlägigen Verbänden, Fachzeitschriften usw.

Kontakt

Dr. Astrid Schreyögg · Salzachstraße 67, 14129 Berlin
Telefon/Fax 030 92275361 · Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.